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Meine aktuelle Predigt                      

Möchten Sie die neueste Predigt aus der Kirche in Oberneuland noch einmal nachlesen? Dann sind Sie hier goldrichtig!

Mein Stil ist einfach, elementar, volkskirchlich, in bestem Sinne missionarisch. Dabei geht es darum, die Probleme und Sorgen der vermuteten Hörerinnen und Hörer einzubeziehen.

Etwa alle 14 Tage erscheint auf dieser Seite eine neue Predigt. Die alten Predigten werden dann gelöscht. Es ist wie mit dem täglichen Brot: Es sollte frisch sein - so auch die Predigt.

Gottes Segen wünscht      Ihr Frank Mühring

 

„Kreuzung“

Internetpredigt zu 1. Petrus 2,24-25

Pastor Frank            Bremen, 26.4.2020

 

Christus hat unsere Sünden mit seinem Leib auf das Holz des Kreuzes getragen, damit wir tot seien für die Sünden und für die Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr geheilt. Denn ihr hattet euch verirrt wie Schafe, jetzt aber seid ihr heimgekehrt zum Hirten und Bischof eurer Seelen.  1. Petrus 2,24-25

 

(An der Kreuzung vor der Kirche)

 

Liebe Gemeinde,

 

heute stehe ich an einer bekannten Kreuzung in Oberneuland. An einer Kreuzung musst du dich entscheiden, wo es lang gehen soll. Hierhin oder dorthin. Stehen bleiben und endlos nachdenken, das geht hier nicht. Du musst wählen und dich fix entscheiden: Mensch, wo willst du hin?

 

Unsere Gesellschaft steht auch an einer Kreuzung. Wie wird es nach dem Stillstand weitergehen? Erste Geschäfte haben wieder auf. Schrittweise öffnen die Schulen. Es gibt Hoffnung auf Lockerungen. Dennoch raten manche Leute, auf der Bremse zu bleiben. Geht nicht zu schnell voran, wartet lieber. Macht die Fortschritte nicht kaputt. Für das geregelte Miteinander braucht es gute Leute. Die Bibel nennt sie „gute Hirten“. Die jetzt besonnen ihre Herde zusammenhalten und stärken. Unsere Politikerinnen und Politiker haben das bisher sehr besonnen gemacht. Gute Hirten, da denke ich aber auch an die Ärzte und Pflegerinnen im Krankenhaus. An die Brummifahrer, die für uns die Versorgung aufrechterhalten. An die Frau an der Supermarktkasse, die auf den Abstand der Kunden achtet. Gute Hirten machen nichts Spektakuläres. Aber sie achten sorgsam auf die ganze Herde, unser friedliches Zusammenleben.      

 

Früher, alte Oberneulander wissen es noch, da war hier an dieser Kreuzung die Wendestation der Linie eines Bremer Busses. Wendeschleife Oberneulander Kirche. An dieser Kreuzung drehte der Bus. Wir stehen auch an einem Wendepunkt. Kreuzung, darin steckt das Wort Kreuz. Ich will heute mit Euch nachdenken, was dieses Symbol mit Jesus, dem guten Hirten, zu tun hat.

 

(Auf dem Friedhof, Grabstein mit Kreuz)

Wendeschleife Kirche, Wendepunkt Kreuz. Das Kreuz war für Jesus nicht nur so ein Ding, ein Symbol. Sondern ein todbringendes Holz. Am Kreuz reiben sich Menschen bis heute gedanklich wund. Steht es nicht doch für einen inhumanen Gott? Einen, der seinen eigenen Sohn sterben lässt? Für etwas Furchtbares, Schreckliches? Hätte Gott nicht einen besseren, netteren Weg zur Erlösung finden müssen, wenn er der „liebe“ Gott ist? Jesus hat für mich gelitten. Dankeschön, für mich nicht! So sagen es manche Religionskritiker.

 

Im Hintergrund klingt an: Ich brauche das Kreuz nicht. Ich bin schon längst woanders abgebogen. Ich suche Gott woanders, aber bestimmt nicht da, am Kreuz. Ich bau mir meinen Gott selbst. Aber die Kirche ist kein Baumarkt. Das Kreuz ist ein Wendepunkt in der Geschichte. Von dem Punkt an deuten wir die Dinge anders. Wo vorher nur Finsternis war, sehen wir das Leben. Das Kreuz durchkreuzt unsere Vorstellungen von Gott.

 

Für ersten Christen, zu denen Petrus gehört, war das ein Zeichen des Lebens. Es steht für Tod, ja. Aber für den überwundenen Tod. Es steht für Schmerz, ja. Aber für den überwundenen Schmerz. Es hat sich zum Zeichen der Auferstehung gewendet. Das ist Kreuz ist die Kreuzung, von der ab alles anders läuft. Das Ende, das ein neuer Anfang ist. Christus hat unsere Sünden mit seinem Leib auf das Holz des Kreuzes getragen.

 

Jesus wird manchmal fälschlich als passives Opfer gesehen. Als sei sein Prozess ein gemeiner Justizirrtum gewesen. Im ersten Petrusbrief sagen die ersten Christen etwas anderes über Jesus. Jesus hat unsere Sünden, unsere absolute Gottferne, ans Kreuz getragen. Aktiv. Ganz bewusst. Er liebt die Menschen total. Obwohl sie nicht glauben, viel zu selten wirklich lieben und ihre Hoffnung allzu häufig vergraben. Gott liebt uns Menschen, obwohl wir Sünder sind. Und es auch immer bleiben werden. Obwohl wir immer verkehrt abbiegen. Das Kreuz ist Zeichen einer aktiven Liebe. Jesus ist nicht abgebogen, als ihn sein Weg der Liebe in Konflikte brachte. Er hat nicht aufgehört, an ein Reich Gottes, einem möglichen Raum der Freiheit und der Gerechtigkeit zu glauben. Er ist der gute Hirte.

 

Das Kreuz ist für die ersten Christen ein Hoffnungssymbol gewesen. ein Wendepunkt, von dem aus es zurück ins Leben geht. Durch seine Wunden sind wir geheilt. Verkehrt unterwegs waren wir. Jetzt aber, durch den guten Hirten, wissen wir, wer Gott wirklich ist. Er liebt uns, selbst über die Grenze des Todes hinweg. Er leidet mit uns. Gott ist die Leidenschaft für das Leben. Gerade in unseren Lebenskrisen ist er da.

 

(Am Altar in der KircheJ):

Meinen Konfirmanden sage ich immer: Vorne auf dem Altar steht das, was für uns Evangelische entscheidend ist: Die Bibel, Gottes Wort. Kerzen, dafür dass unser Leben in ein neues Licht getaucht wird. Blumen, weil Gott für uns  nichts Totes, sondern der Lebendige ist. Jesu Kreuz, das für uns Lebenszeichen ist. Es steht da vorn, weil es unserem Leben Tiefe und Klarheit gibt. Das Leben ist keine gerade Erfolgsstraße, die steil nach oben führt. Kein Spaziergang auf der Sonnenseite. Wir kommen auf der Straße unseres Lebens an Kreuzungen. Wir müssen durch Krisen hindurch. Der Tod greift nach uns. Was kann uns da retten? Nur einer, der unserem Leben Richtung gibt. Ein guter Hirte. Jesus, der Christus.

 

Die ersten Christen sagten es etwas altmodisch: Denn ihr hattet euch verirrt wie Schafe, jetzt aber seid ihr heimgekehrt zum Hirten und Bischof eurer Seelen. Das Kreuz ist Einladung zur Umkehr. Wende dich um. Kehr um von deinen verkehrten Wegen. Lass dich zum Leben führen. Von Jesus, dem guten Hirten. Falsche Hirten gibt es genug. Er ist er, dem du folgen kannst. Mit ihm geht es von jeder Kreuzung ab ins richtige Leben.

 

Amen.     

 

 

 
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